224 Fussgängerunfälle im November: TCS warnt vor der Gefahr durch Dunkelheit

(Schweiz CH). Im Herbst und Winter werden die Tage kürzer und die Lichtverhältnisse schlechter.

Dadurch sind Velofahrende, E-Trottinett-Fahrende und Fussgänger im Strassenverkehr weniger gut sichtbar. Letztes Jahr verunfallten im November 224 Fussgänger – mehr als in jedem anderen Monat des Jahres. Anlässlich des Tags des Lichts erinnert der Touring Club Schweiz (TCS) mit seiner Kampagne MADE VISIBLE daran, wie wichtig es ist, im Strassenverkehr gut sichtbar zu sein, und zeigt einfache Massnahmen auf, um die eigene Sicherheit zu verbessern.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Anlass: 20. nationaler Tag des Lichts am 5. November 2026.
  • Mitteilung: 4. November 2026.
  • Organisation: Touring Club Schweiz (TCS).
  • Kampagne: MADE VISIBLE – „BE SEEN, BE SAFE“.
  • Unfallzahlen: 2119 Unfälle mit Fussgängerbeteiligung im Jahr 2025.
  • Unfallreichster Monat: November 2025 mit 224 Fussgängerunfällen.
  • Unfallrisiko: Laut Suva bei Dunkelheit dreimal so hoch wie bei Tageslicht, bei ungünstiger Witterung bis zu zehnmal höher.
  • Dunkle Kleidung: Erkennbar aus rund 25 Metern.
  • Helle Kleidung: Erkennbar aus rund 40 Metern.
  • Reflektoren: Können die Erkennbarkeit auf bis zu 140 Meter erhöhen.
  • Empfehlung: Reflektoren rundum sichtbar anbringen und Fahrzeugbeleuchtung kontrollieren.
  • Aktion: 82’000 reflektierende Aufkleber für Sportfans.
  • TCS-Patrouilleure: Verteilen im November 5000 Flyer mit reflektierenden Folien.

Seit der Zeitumstellung auf Winterzeit wird es abends früher dunkel und viele alltägliche Wege werden in der Dämmerung oder Dunkelheit zurückgelegt. Unter diesen Bedingungen fällt es Fahrzeuglenkenden schwerer, Fussgänger, Velofahrende und E-Trottinett-Fahrende rechtzeitig zu erkennen.



Dies gilt insbesondere dann, wenn diese dunkle Kleidung tragen oder nicht über eine geeignete Beleuchtung verfügen. Gemäss Suva ist das Unfallrisiko bei Dunkelheit dreimal so hoch wie bei Tageslicht. Bei ungünstigen Wetterbedingungen wie Regen oder Schnee kann es sogar bis zu zehnmal höher sein. Der TCS erinnert daran, dass eine gute Sichtbarkeit entscheidend ist, damit andere Verkehrsteilnehmende rechtzeitig reagieren können.

Mehr Fussgängerunfälle in den dunklen Monaten

Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 2119 Unfälle mit Fussgängerbeteiligung registriert. Mit 224 Unfällen lag der November an erster Stelle, gefolgt vom Januar (216). Auch der Oktober (196) und der Dezember (190) gehörten zu den fünf Monaten mit den meisten Unfällen. Damit entfielen vier der fünf unfallreichsten Monate auf den Zeitraum zwischen Oktober und Januar. Diese Häufung von Unfällen in den Monaten mit kürzeren Tagen verdeutlicht, wie wichtig eine gute Sichtbarkeit im Strassenverkehr ist, insbesondere mit Blick auf den bevorstehenden Winter.



Aus Distanz erkennbar sein

Eine Person mit dunkler Kleidung ist bei Dunkelheit erst aus einer Entfernung von 25 Metern sichtbar. Helle und fluoreszierende Farben erhöhen diese Distanz auf 40 Meter, während reflektierende Elemente dafür sorgen können, dass Verkehrsteilnehmende bereits aus bis zu 140 Metern Entfernung erkannt werden. Diese zusätzliche Distanz gibt Fahrzeuglenkenden mehr Zeit, eine Gefahr zu erkennen und darauf zu reagieren.

Die Massnahmen zur Verbesserung der eigenen Sichtbarkeit sind einfach und wirkungsvoll. Ob zu Fuss, mit dem Velo oder dem E-Trottinett: Der TCS empfiehlt, helle Kleidung zu tragen und Kleider, Taschen oder Schuhe mit reflektierenden Elementen auszustatten. Velo- und E-Trottinett-Fahrende sollten zudem darauf achten, dass ihre Vorder- und Rücklichter einwandfrei funktionieren. Zusätzlich können sie ihr Velo oder E-Trottinett mit reflektierenden Accessoires ausstatten. Entscheidend ist, nicht nur selbst gut zu sehen, sondern auch von allen Seiten gut gesehen zu werden.

Auch tagsüber gut sichtbar sein

Sichtbarkeit ist nicht nur nachts ein wichtiges Thema. Im Herbst und Winter können Nebel, Regen, Schnee oder Gegenlicht dazu führen, dass Fahrzeuglenkende andere Verkehrsteilnehmende auch tagsüber schlechter erkennen. Der TCS empfiehlt deshalb, bei allen Bedingungen gut sichtbare Kleidung und Accessoires zu tragen und die Beleuchtung regelmässig auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.

MADE VISIBLE by TCS

Anlässlich der 20. Ausgabe des Tags des Lichts am 5. November 2026 setzt der TCS seine Sensibilisierungsmassnahmen im Rahmen der Kampagne MADE VISIBLE fort. In diesem Jahr zeigen neue Plakate verschiedene Mobilitätsformen, insbesondere das Zufussgehen, Velofahren und Skateboardfahren, ergänzend zu den bereits dargestellten E-Trottinetten. Die Botschaft „BE SEEN, BE SAFE“ bildet den roten Faden der Kampagne, die Sicherheit und Mode miteinander verbindet und alle dazu ermutigt, ihre Sichtbarkeit im Strassenverkehr zu verbessern. Auf der Website madevisible.swiss finden sich zudem zahlreiche Ideen für Kleidung und Accessoires, mit denen sich die Sichtbarkeit im Alltag verbessern lässt, ohne auf Stil verzichten zu müssen.



Der TCS erneuert zudem mehrere Partnerschaften mit Unternehmen in der ganzen Schweiz, um deren Mitarbeitende für die Bedeutung einer guten Sichtbarkeit zu sensibilisieren, insbesondere auf dem Arbeitsweg. Die Kampagne ist auch an Sportveranstaltungen im ganzen Land präsent. Dabei werden 82’000 reflektierende Aufkleber in den Vereinsfarben verteilt, um Zuschauer und Fans dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, auf dem Heimweg gut sichtbar zu sein, insbesondere nach Spielen am Abend. Auch die TCS-Patrouilleure beteiligen sich an dieser Sensibilisierungsaktion. Im November verteilen sie bei ihren Einsätzen in der ganzen Schweiz 5000 Flyer zusammen mit reflektierenden Folien, aus denen sich individuelle Formen ausschneiden und auf Kleidung, Schuhe oder Helme kleben lassen.

Empfehlungen des TCS

  • Beim Kauf darauf achten, dass Kleidungsstücke und Accessoires bereits mit reflektierenden Elementen ausgestattet sind.
  • Alltagskleidung und Accessoires mit reflektierenden Elementen versehen, beispielsweise mit reflektierenden Aufklebern, die sich einfach und individuell dem eigenen Stil entsprechend gestalten lassen („Do it yourself“-Produkte).
  • Bereits erhältliche, geeignete reflektierende Accessoires für Velos, Trottinette, Kinderwagen, Hunde usw. verwenden.
  • Wichtig: Reflektierende Elemente sind besonders wirksam, wenn sie an beweglichen Körperteilen angebracht werden. Idealerweise sollten sie von allen Seiten (360°) sichtbar sein.

 

Quelle: Touring Club Schweiz (TCS)
Bildquelle: Touring Club Schweiz (TCS)


Polizei.news informiert | Sicher unterwegs im Herbst und Winter

Sichtbarkeit kann Leben retten: Was Sie über Licht, Reflektoren und sichere Wege wissen sollten

In der dunklen Jahreszeit sind Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Personen auf Velos und Trottinetten besonders gefährdet, übersehen zu werden. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) empfiehlt deshalb gut sichtbare Kleidung, reflektierende Materialien und eine funktionierende Beleuchtung. Einige einfache Massnahmen können entscheidende Sekunden für eine rechtzeitige Reaktion gewinnen.

1. Warum Reflektoren an Armen und Beinen besonders wirksam sind

Reflektierende Materialien verbessern nicht nur die Erkennbarkeit, sondern können auch helfen, eine Person anhand ihrer Bewegungen schneller als Fussgängerin oder Fussgänger wahrzunehmen. Besonders an Hand- und Fussgelenken sind Reflektoren sinnvoll. Gemäss BFU werden Menschen mit heller Kleidung bei Dunkelheit ungefähr aus der doppelten Entfernung erkannt wie dunkel gekleidete Personen. Reflektoren erhöhen die Erkennungsdistanz auf mindestens das Dreifache, reflektierende Arm- und Fussbänder können sogar den Faktor vier bis fünf erreichen.

2. Weshalb wenige Meter über einen Unfall entscheiden können

Bei Tempo 50 beträgt der Anhalteweg eines Autos auf nasser Strasse unter den von der BFU angenommenen Bedingungen rund 41 Meter. Wird ein Mensch dank heller Kleidung oder reflektierenden Materialien nur eine halbe Sekunde früher erkannt, kann sich der Anhalteweg ab Gefahrenerkennung um etwa sieben Meter verkürzen. Der Grund: Die fahrzeuglenkende Person kann früher reagieren und bremsen. Gerade bei Regen und Dunkelheit ist dieser zusätzliche Sicherheitsabstand wichtig.

3. Auch Kinderwagen, Rollatoren und Hunde sichtbar machen

Wer mit einem Kinderwagen oder Rollator unterwegs ist, kann reflektierende Bänder oder geeignete Leuchten anbringen. Bei Spaziergängen mit dem Hund helfen reflektierende Leinen, Geschirre oder Halsbänder, das Tier und seine Bewegungen besser erkennbar zu machen. Wichtig ist, dass zusätzliche Sichtbarkeitshilfen möglichst aus mehreren Richtungen wahrgenommen werden können und die Bewegungsfreiheit nicht einschränken.

4. Beim Velo und E-Bike reicht eine Leuchtweste allein nicht aus

Velos müssen bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen mit der vorgeschriebenen Beleuchtung unterwegs sein: vorne weiss und hinten rot. Die erforderlichen Rückstrahler müssen ebenfalls vorhanden sein. Speichenreflektoren, reflektierende Pneus und Leuchtwesten verbessern die seitliche und allgemeine Sichtbarkeit zusätzlich. Für sämtliche E-Bikes gilt in der Schweiz seit dem 1. April 2022 auch tagsüber eine Lichtpflicht.

5. E-Trottinette brauchen auch bei Tageslicht Licht

Für elektrische Trottinette gelten in der Schweiz besondere Beleuchtungsvorschriften. Sie müssen auch tagsüber mit Licht fahren. Zusätzlich verbessern helle Kleidung und reflektierende Elemente die Erkennbarkeit. Besonders wichtig ist die Sichtbarkeit von der Seite, etwa beim Überqueren von Einmündungen oder an Kreuzungen. Vor jeder Fahrt sollten Vorder- und Rücklicht kontrolliert werden.

6. Am Fussgängerstreifen nicht auf die eigene Sichtbarkeit vertrauen

Auch wer gut sichtbar gekleidet ist, sollte vor dem Überqueren einer Strasse prüfen, ob herannahende Fahrzeuge tatsächlich abbremsen. Gemäss BFU ist besondere Vorsicht selbst an beleuchteten Fussgängerstreifen wichtig. Regen, Spiegelungen, Blendung und schlechte Kontraste können dazu führen, dass Fussgängerinnen und Fussgänger später erkannt werden als erwartet.

Gut zu wissen: Wer selbst die Scheinwerfer eines Autos deutlich erkennt, ist für dessen Fahrerin oder Fahrer nicht automatisch ebenso gut sichtbar. Besonders bei Dunkelheit können die menschliche Wahrnehmung und der geringe Kontrast zur Umgebung täuschen. Deshalb sollte man sich nicht allein auf die Strassenbeleuchtung verlassen.

Praktischer Tipp: Prüfen Sie Ihre Sichtbarkeit einmal aus der Perspektive anderer Verkehrsteilnehmender: Tragen Sie Ihre Jacke oder Tasche mit Reflektoren und lassen Sie sich bei Dunkelheit aus sicherer Entfernung mit einer Taschenlampe anleuchten. So erkennen Sie, welche Körperseiten gut reflektieren und wo zusätzliche Elemente sinnvoll sein können. Führen Sie diesen Test abseits des Strassenverkehrs durch.

Weitere Informationen: Nützliche Hinweise zu sicherem Verhalten im Strassenverkehr finden Sie bei Polizeinews Prävention und auf Polizeinews Schweiz.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion

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